Integration und Hilfe für Geflohene/Refugees

Neue Mitarbeiterin für Integration

Angekommen in Deutschland
Seit neun Monaten bin ich in Deutschland. Ich bin dankbar, dass ich in Deutschland bin und habe viele Träume, die ich in Deutschland verwirklichen möchte. Mein größter Wunsch  ist es, anderen Menschen, denen es nicht so gut geht, die im Krieg leben oder hungern müssen,  zu helfen. Vielleicht arbeite ich später in einer der weltweiten Hilfsorganisationen.
Mein Name ist Vian Abbas. Ich bin 22 Jahre alt  Ich bin Kurdin und komme aus Syrien, das ist 4.200 km entfernt von Waren (Müritz). In Syrien habe ich zwei Semester Chemie an der Universität Damaskus studiert. Ehrenamtlich habe ich Englischunterricht für Kinder gegeben. Im Oktober 2016 bin ich mit meinem Bruder Alan und meiner jüngeren Schwester nach Deutschland gekommen. Aus der Erstaufnahmeeinrichtung sind wir nach Mecklenburg-Vorpommern geschickt worden. Dort haben wir die ersten Monate in einer Gemeinschaftsunterkunft verbracht. In der Unterkunft hat mein Bruder von anderen Flüchtlingen vom Projekt „Produktionsschule Plus“ gehört. Das Projekt hat uns gefallen und wir haben uns angemeldet. Dort konnte ich sofort Deutsch lernen und Kontakt zu deutschen Jugendlichen aufbauen.

Seit Februar 2017 fahre ich jeden Tag in die Produktionsschule Waren (Müritz). In der Zeit bis heute hat sich in meinem Leben viel verändert.  Jetzt wohne ich mit meinen Geschwistern in Waren (Müritz). Mithilfe des Teams der „Produktionsschule Plus“ habe ich neben der Schule eine schöne neue Aufgabe gefunden. Seit Juni arbeite ich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei der Stadt Waren (Müritz). Ich unterstütze die Integrationsbeauftragte der Stadt Ingrid Ackner bei Ihrer Arbeit. Es macht mir viel Freude, dass ich ankommenden Flüchtlingen bei ihrer Ankunft in Mecklenburg-Vorpommern helfen kann. Gleichzeitig bereite ich mich intensiv auf die B1 Deutsch-Prüfung vor. Ich hoffe, dass ich  die Prüfung im September bestehen werde. Der nächste Schritt ist für mich auch klar. Ich möchte weiter studieren. Es wäre schön, wenn ich das in Mecklenburg-Vorpommern machen kann.
Was ich jedem Ankommenden mit auf den Weg geben möchte: „Du brauchst viel Geduld, Willensstärke und Fleiß um Deine Träume wahr werden zu lassen.“

Vian Abbas

Produktionsschule Plus:

Das Projekt „Produktionsschule Plus“ bietet jungen Asylbewerber/innen und Migranten/innen die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben. Durch zielgerichtete individuelle Förderung mithilfe von beruflichen, sozialen und sprachlichen Bildungs- und Qualifizierungsangeboten werden die jungen Menschen auf Ausbildung und Beschäftigung vorbereitet und haben am Ende des Projektes eine klare berufliche und soziale Perspektive.
Ganzheitlich und nachhaltig integrieren
Aufbauend auf das pädagogische Konzept der Produktionsschulen ist die Zielsetzung der „Produktionsschule Plus“ jungen Asylbewerbern/innen und Migranten/innen eine Orientierungsphase für den Einstieg in die berufliche Ausbildung oder in den Arbeitsmarkt zu bieten. Dabei sollen Integrations-hemmnisse abgebaut werden. Dies erfolgt durch individuelle fachliche Qualifizie-rungsmaßnahmen zur Berufsvorbereitung, intensives und berufsbezogenes Sprachtraining und ein ganzheitliches sozialpädagogisches Betreuungsangebot. Teilnehmer*innen des Projektes „Produktionsschule Plus“ erhalten zusätzlich zu den Angeboten der Produktionsschule folgende Bausteine, die sich an den besonderen Anforderungen der Zielgruppe orientieren:

  • Erwerb und Verbesserung deutscher Sprachkenntnisse
  • Erwerb beruflicher und sozialer Kompetenzen
  • Erkennen und Fördern individueller Potentiale
  • Interkulturelle Bildung
  • Vermittlung von Kenntnissen über das deutsche Sozial-, Wirtschafts- und Rechtsystem 
  • Integration in den beruflichen Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt 
  • Vermittlung in weiterführende Hilfen auf Grund besonderer individueller Störungsbilder, Traumata 

Catrin Gäde, CJD

Vielfalt statt Einfalt - es lebe die Diversität

Die Stadt Waren (Müritz) ist unser Zuhause und bietet auch Menschen, deren Existenzen bedroht oder deren Lebenslagen ausweglos waren, eine sichere Heimat/Hafen. Niemand befindet sich ohne Grund auf der Flucht. Waren (Müritz) ist eine Stadt für alle Menschen, egal welchen Alters, Geschlechts, sexueller Orientierung oder Herkunft. Wir alle wünschen uns das Gleiche: ein glückliches Leben und ein friedvolles, respektvolles Miteinander. (Jasmin Glause, Integrationslotsin 2016)

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Der Integrationsprozess meint dementsprechend nicht Eingliederung als eine einseitige, zwanghafte Anpassung, sondern das Schaffen einer Gesellschaft mit Raum für Vielfältigkeit. Menschen sind individuell und entscheiden sich für verschiedene Lebensformen. Jedem soll dabei die Möglichkeit gegeben werden, sich frei zu entfalten, so lange damit alle anderen Menschen nicht in irgendeiner Weise benachteiligt werden. Um der Angst vor dem Fremden, die in der Natur vieler Menschen verankert ist, zu begegnen, ist es wichtig, sich teilweise von Medienmeinungen und Vorurteilen gegenüber anderen Kulturen zu distanzieren und auf seine eigenen Erfahrungen zu vertrauen. Wenn Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammenkommen, gibt es neben vielen Bereicherungen, neuen Betrachtungsweisen und Perspektiven immer auch Reibungspunkte, die nicht unter den Tisch gekehrt werden sollen, sondern über die offen geredet werden muss. Kommunikation ist Dreh- und Wendepunkt des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Die Stelle der Integrationslotsin in der Stadtverwaltung wurde geschaffen, um eine Plattform für einen ständigen Dialog zu garantieren. Das heißt neben den organisatorischen Aufgaben wie die Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten oder die Veranstaltung von Informationsaustauschen möchte die Stadt Waren (Müritz) eine Stelle schaffen, die der Vermittlung, Beratung, Unterstützung dient – und zwar für alle Menschen. Es können sich alle an uns wenden, die geflohen sind, Menschen, die helfen möchten, Fragen, Anregungen und Ängste haben. Als Koordinierungs- und Vernetzungsstelle wird den Anliegen der Bürger/Bürgerinnen nachgegangen. Die neuen, kulturellen Einflüsse, die Menschen mit Mirgrationshintergund nach Waren (Müritz) bringen, sind eine Chance und können auf persönlicher, sozialer, kultureller sowie wirtschaftlicher Ebene eine Bereicherung für unsere Heimat im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte bedeuten. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt können sich glücklich schätzen in der Position zu sein, andere Menschen aufnehmen zu können und nicht selber auf der Flucht zu sein. In der Stadt Waren (Müritz) sind alle Menschen willkommen und mit der Einstellung der Integrationslotsin soll dafür auch ein Zeichen gesetzt sein. Ein Dank gilt in diesem Zusammenhang allen engagierten Personen, die viel Zeit und Energie aufbringen, um den „Neu Warenern“ ein Willkommenheitsgefühl zu vermitteln.

Willkommen in Waren (Müritz) - Refugees Welcome!
(Jasmine Glause, Intergrationslotsin 2016)

Weiterführende Themen & Material

Filmvorführung

Veranstaltungen & Aktionen 2016

Berichte und Fotos
Voice of UNS Juni 2016

Voice of UNS 2016

Informationen für ALLE