Monitoring Stadtentwicklung

27.08.2018
Monitoring Stadtentwicklung - Auswertung 2017

Auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 21. August 2018 wurden die neuesten Zahlen des aktuellen Monitorings Stadtentwicklung (Stand 2017) durch das beauftragte Büro, Wimes – Stadt- und Regionalentwicklung Rostock, vorgestellt.

Am 31. Dezember 2017 wohnten in Waren (Müritz) 21.332 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Trotz eines positiven Wanderungssaldos hat sich die Einwohnerzahl gegenüber dem Vorjahr um 151 Personen verringert. Ursächlich dafür ist der Negativsaldo der natürlichen Bevölkerungsentwicklung. Es standen im Jahr 2017 nur 164 Geburten 337 Sterbefällen gegenüber, das entspricht einem Negativsaldo von 173 Personen.

Erneut ist im Jahr 2017 die Arbeitslosigkeit gesunken. Die Arbeitslosenquote, gemessen an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren, lag bei 7,4 %.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist von 2016 zu 2017 abermals angestiegen. Es gab im Jahr 2017 in Waren (Müritz) 7.925 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Anteil an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren lag bei 63,3 %, dem Höchstwert im Betrachtungszeitraum seit 2004. Hinzu kommen 2.706 Beschäftigte, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, dazu gehören die Selbstständigen, mithelfende Familienangehörige, freiberuflich Tätige sowie Beamte. Damit erreicht Waren (Müritz) im Jahr 2017 eine Erwerbstätigenquote von 84,9 %. Das ist im Vergleich zu den größeren Städten in M-V ein Spitzenwert.

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze hat sich gegenüber dem Vorjahr um 244 Arbeitsplätze erhöht. Im Jahr 2017 gab es in Waren (Müritz) 10.680 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Gemessen an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren entsprach das einer Arbeitsplatzdichte von 853 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen je 1.000 Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren, dies ist ein sehr guter Wert, der Vergleichszahlen größerer Städte in M-V sogar weit übertrifft.

Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung ist auch die Kaufkraft der Bevölkerung gegenüber dem Vorjahr um 800 Euro je Einwohner angestiegen. Die durchschnittliche Kaufkraft je Einwohner lag im Jahr 2017 bei 19.793 €. (Als Kaufkraft der Verbraucherhaushalte wird das in privaten Haushalten für Konsumzwecke verfügbare Einkommen bezeichnet, also derjenige Betrag, der pro Haushalt vom Einkommen verbleibt, nachdem alle regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen (zum Beispiel Wohnungsmieten, Kreditraten, Versicherungsprämien) bedient wurden.)

Damit auch künftig eine positive Entwicklung eintreten kann, ist die Entwicklung von Wohnbaustandorten und Wohnungsneubau notwendig. Die viel zu geringe Wohnungsleerstandsquote beträgt 0,95 %, im bewohnbaren Bestand liegt diese sogar nur noch bei 0,5 %. Auf Grund des Bauzustandes bzw. der Sanierungsmaßnahmen stehen derzeit 60 Wohnungseinheiten nicht zur Verfügung. Diese Parameter sind ein Indiz dafür, dass der Wohnungsnachfrage nicht gerecht werden kann.

Daher werden zwei große Bereiche für den Wohnungsbau derzeit durch städtebauliche Planungen vorbereitet. Zum einen ist dies der Bebauungsplan Nr. 21 „Warensberg“, der seit September 2017 in Kraft ist, und der Bebauungsplan Nr. 24A „Papenberg II. Baustufe“. Für den Warensberg werden derzeit die Erschließungsmaßnahmen und für den Papenberg der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan vorbereitet. Insgesamt können damit in den nächsten Jahren ca. 200 - 250 Wohnbaugrundstücke zur Verfügung gestellt werden. Die im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellte Präsentation kann hier eingesehen werden.

Fortschreibung Monitoring Stadtentwicklung – Berichtsjahr 2016

Unter Stadtmonitoring (dt.: Stadtüberwachung) versteht man die langfristige Beobachtung ausgewählter Kenngrößen zum Zwecke der Nachvollziehbarkeit des Stadtentwicklungskonzeptes. Ziel ist es, eingeleitete Maßnahmen zu bestätigen oder im Falle eines Misserfolges gegen zu steuern.

Aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland hat in den vergangenen Jahren das Stadtmonitoring immens an Bedeutung gewonnen. Die Ziele der Stadtentwicklung werden in einem Stadtentwicklungskonzept festgeschrieben. Dieses definiert den langfristigen Handlungsrahmen für eine städtebaulich geordnete, sozial verträgliche, wirtschaftlich tragfähige und ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung. Die Stadtvertretung hat im Februar 2015 die 3. Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 (ISEK) der Stadt Waren (Müritz) beschlossen.

Das Stadtmonitoring definiert zunächst die Beobachtungsschwerpunkte (Nachhaltigkeitsindikatoren), an denen die Wirksamkeit der Maßnahmen aus dem Stadtentwicklungskonzept überwacht wird.

Durch die Erhebung der Indikatoren und den Vergleich über mehrere Jahre werden Entwicklungstendenzen deutlich, die entweder die getroffenen Maßnahmen bestätigen oder eine Korrektur einleiten.

Das Monitoring Stadtentwicklung für Waren (Müritz) wird für die Gesamtstadt und die städtebaulichen Gesamtmaßnahmen seit dem Basisjahr 2004 (Beginn des Monitoring Stadtentwicklung) jährlich zum Stichtag 31.12. fortgeschrieben. Das Monitoring betrachtet im Wesentlichen die Punkte Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft und Beschäftigung sowie Kaufkraftentwicklung, Wohnungswirtschaftliche Entwicklung, Infrastrukturelle Ausstattung sowie Tourismus. Neben der Gesamtstadt werden auch die städtebaulichen Gesamtmaßnahmen „Sanierungsgebiet Innenstadt“, „Stadtumbaugebiet Waren West“ und das „Beobachtungsgebiet Papenberg I“ betrachtet.