Monitoring Stadtentwicklung

12.01.2021
Monitoring Stadtentwicklung - Auswertung 2019

Auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 19. November 2020 wurden die neues Zahlen des aktuellen Monitorings Stadtentwicklung (Stand 2019) durch das beauftrage Büro, Wimes – Stadt- und Regionalentwicklung Rostock, vorgestellt.

Am 31. Dezember 2019 wohnten in Waren (Müritz) 21.168 Einwohner mit Hauptsitz. Damit hat sich die Einwohnerzahl zum Vorjahr um nur 25 Personen verringert.

Es standen im Jahr 2019 nur 171 Geburten 373 Sterbefälle gegenüber. Das entspricht einem Negativsaldo von 202 Personen, ähnlich wie im Vorjahr.

Der Wanderungssaldo betrug im Jahr 2019 +177 Personen, 1.160 Zuzügen standen 983 Fortzüge gegenüber.

Im Jahr 2019 lag damit der Gesamtsaldo bei -25 Personen. Dieser Verlust ist auf den negativen Saldo der natürlichen Bevölkerungsentwicklung von -202 Personen zurückzuführen. Der Positivsaldo der Wanderungen von 177 Personen konnte den Einwohnerverlust nur abschwächen.

Die Arbeitslosenquote des Jahres 2019 ist gegenüber der Quote des Jahres 2018 leicht angestiegen. Gemessen an den Einwohnern im erwerbsfähigem Alter von 15 bis 65 Jahren lag diese nunmehr bei 6,8 % (823 Personen).

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten blieb von 2018 zu 2019 stabil. Es gab im Jahr 2019 in Waren (Müritz) 7.943 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Anteil an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren lag bei 65,6 %, dem neuen Höchstwert im Betrachtungszeitraum seit 2004. Hinzu kommen 2.714 Beschäftigte, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, dazu gehören die Selbstständigen, mithelfende Familienangehörige, freiberuflich Tätige sowie Beamte. Damit erreicht Waren (Müritz) im Jahr 2019 eine Erwerbstätigenquote von 88,00 %.

Die Zahl der SV-Arbeitsplätze der Stadt nahm von 2004 bis 2019 um 21,0 % zu.  Aktuell sind es 10.849 Arbeitsplätze. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 21 mehr. Gemessen an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren entsprach das einer SV-Arbeitsplatzdichte von 896 Arbeitsplätzen je 1.000 Personen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren. Dies ist, im Vergleich anderer Städte,  ein sehr guter Wert.

Die Kaufkraft der Bevölkerung betrug in Waren (Müritz) im Jahr 2019 rd. 445,75 Mio. €. Das entspricht einer durchschnittlichen Kaufkraft der Bevölkerung von 20.906 € pro Kopf jährlich und liegt damit über dem Wert des Landes M-V. (Als Kaufkraft der Verbraucherhaushalte wird das in privaten Haushalten für Konsumzwecke verfügbare Einkommen bezeichnet, also derjenige Betrag, der pro Haushalt vom Einkommen verbleibt, nachdem alle regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen (zum Beispiel Wohnungsmieten, Kreditraten, Versicherungsprämien) bedient wurden.)

Der Wohnungsbestand in der Stadt Waren (Müritz) umfasst Ende des Jahres 2019 11.944 Wohneinheiten. Zum Vorjahr ist dies eine Erhöhung von 50 WE durch Neubau. Der Wohnungsleerstand umfasst Ende des Jahres 170 Wohneinheiten und lag damit gleichbleibend zum Vorjahr bei eine Leerstandquote von 1,4 %.

Um den weiteren Wohnungsbedarf auch zukünftig decken zu können sind städtebauliche Planungen derzeit in der Umsetzung.

Im Nord-Osten der Bebauungsplan Nr. 21 „Warensberg“, auf dem die Bebauung von verschiedenen Wohneinheiten bereits aktiv umgesetzt wird und im Süd-Östlichen Stadtgebiet der Bebauungsplan Nr. 24 A „Papenberg 2. Baustufe“. Mit der Bekanntgabe wird das Planverfahren abgeschlossen. Weitere Arbeitsschritte sind dann die Erschließungsplanung und die Erschließung. Die Vorplanung der Erschließung ist derzeit in der Abstimmung. Die  Erschließungsplanung direkt soll dann 2021 durchgeführt werden und die Erschließung des Baugebiets ab 2022 beginnen.

 

Fortschreibung Monitoring Stadtentwicklung – Berichtsjahr 2019

Unter Stadtmonitoring (dt.: Stadtüberwachung) versteht man die langfristige Beobachtung ausgewählter Kenngrößen zum Zwecke der Nachvollziehbarkeit des Stadtentwicklungskonzeptes. Ziel ist es, eingeleitete Maßnahmen zu bestätigen oder im Falle eines Misserfolges gegen zu steuern.

Aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland hat in den vergangenen Jahren das Stadtmonitoring immens an Bedeutung gewonnen. Die Ziele der Stadtentwicklung werden in einem Stadtentwicklungskonzept festgeschrieben. Dieses definiert den langfristigen Handlungsrahmen für eine städtebaulich geordnete, sozial verträgliche, wirtschaftlich tragfähige und ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung. Die Stadtvertretung hat im Februar 2015 die 3. Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 (ISEK) der Stadt Waren (Müritz) beschlossen.

Das Stadtmonitoring definiert zunächst die Beobachtungsschwerpunkte (Nachhaltigkeitsindikatoren), an denen die Wirksamkeit der Maßnahmen aus dem Stadtentwicklungskonzept überwacht wird.

Durch die Erhebung der Indikatoren und den Vergleich über mehrere Jahre werden Entwicklungstendenzen deutlich, die entweder die getroffenen Maßnahmen bestätigen oder eine Korrektur einleiten.

Das Monitoring Stadtentwicklung für Waren (Müritz) wird für die Gesamtstadt und die städtebaulichen Gesamtmaßnahmen seit dem Basisjahr 2004 (Beginn des Monitoring Stadtentwicklung) jährlich zum Stichtag 31.12. fortgeschrieben. Das Monitoring betrachtet im Wesentlichen die Punkte Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft und Beschäftigung sowie Kaufkraftentwicklung, Wohnungswirtschaftliche Entwicklung, Infrastrukturelle Ausstattung sowie Tourismus. Neben der Gesamtstadt werden auch die städtebaulichen Gesamtmaßnahmen „Sanierungsgebiet Innenstadt“, „Stadtumbaugebiet Waren West“ und das „Beobachtungsgebiet Papenberg I“ betrachtet.