Monitoring Stadtentwicklung

14.01.2020
Monitoring Stadtentwicklung - Auswertung 2018

Auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 24. September 2019 wurden die neuesten Zahlen des aktuellen Monitorings Stadtentwicklung (Stand 2018) durch das beauftragte Büro, Wimes – Stadt- und Regionalentwicklung Rostock, vorgestellt.

Am 31. Dezember 2018 wohnten in Waren (Müritz) 21.193 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Trotz eines positiven Wanderungssaldos hat sich die Einwohnerzahl gegenüber dem Vorjahr um 139 Personen verringert. Ursächlich dafür ist der Negativsaldo der natürlichen Bevölkerungsentwicklung. Es standen im Jahr 2018 nur 143 Geburten 343 Sterbefällen gegenüber, das entspricht einem Negativsaldo von 200 Personen.

Erneut ist im Jahr 2018 die Arbeitslosigkeit gesunken. Die Arbeitslosenquote, gemessen an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren, lag bei 6,6 %.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist von 2017 zu 2018 abermals angestiegen. Es gab im Jahr 2018 in Waren (Müritz) 7.942 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Anteil an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren lag bei 64,6 %, dem Höchstwert im Betrachtungszeitraum seit 2004. Hinzu kommen 2.712 Beschäftigte, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, dazu gehören die Selbstständigen, mithelfende Familienangehörige, freiberuflich Tätige sowie Beamte. Damit erreicht Waren (Müritz) im Jahr 2018 eine Erwerbstätigenquote von 86,6 %. Das ist im Vergleich zu den größeren Städten in M-V ein Spitzenwert.

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze hat sich gegenüber dem Vorjahr um 148 Arbeitsplätze erhöht. Im Jahr 2018 gab es in Waren (Müritz) 10.828 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Gemessen an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren entsprach das einer Arbeitsplatzdichte von 880 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen je 1.000 Einwohnern im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren, dies ist ein sehr guter Wert, der Vergleichszahlen größerer Städte in M-V sogar weit übertrifft. Zum Vergleich hat die Hansestadt Rostock 680 Arbeitsplätze je 1.000 Einwohner im Alter von 15 bis 65 Jahren.

Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung ist auch die Kaufkraft der Bevölkerung gegenüber dem Vorjahr um 716 Euro je Einwohner angestiegen. Die durchschnittliche Kaufkraft je Einwohner lag im Jahr 2018 bei 20.509 €. (Als Kaufkraft der Verbraucherhaushalte wird das in privaten Haushalten für Konsumzwecke verfügbare Einkommen bezeichnet, also derjenige Betrag, der pro Haushalt vom Einkommen verbleibt, nachdem alle regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen (zum Beispiel Wohnungsmieten, Kreditraten, Versicherungsprämien) bedient wurden.)

Damit auch künftig eine positive Entwicklung eintreten kann, ist die Entwicklung von Wohnbaustandorten und Wohnungsneubau notwendig. Die viel zu geringe Wohnungsleerstandsquote beträgt 0,8 %. Diese Parameter sind ein Indiz dafür, dass der Wohnungsnachfrage nicht gerecht werden kann.

Um den Wohnungsbedarf zukünftig zu decken, werden derzeit verschiedene Bereiche durch städtebauliche Planungen vorbereitet. Im Nord-Osten der Stadt wird mit dem Bebauungsplan Nr. 21 „Warensberg“, auf einem lange brachliegenden ehemaligen Landwirtschaftsbetrieb, Wohnungsbau entwickelt. Dieser Bebauungsplan ist bereits im September 2017 in Kraft getreten und die Erschließung ist im vollen Gange.

Süd-östlich im Stadtgebiet wird mit dem Bebauungsplan Nr. 24 A „Papenberg 2. Baustufe“ eine weitere Fläche für den Wohnungsbau vorbereitet. Die erneute öffentliche Auslegung und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange wurde zum Jahresende 2019 durchgeführt. Nach Abschluss der städtebaulichen Planung müssen hier dann die Erschließung geplant und umgesetzt werden.

Ein weiterer Bereich an der Gievitzer Straße wird durch private Investoren entwickelt. Diese Flächen werden neu geordnet. Es wird ein Mischgebiet geplant, welches die vorhandenen Gewerbebetriebe berücksichtigt, aber auch eine Durchmischung mit Wohnhäusern ermöglicht. Hierbei wird es sich um mehrgeschossigen Wohnungsbau handeln.

 

Fortschreibung Monitoring Stadtentwicklung – Berichtsjahr 2018

Unter Stadtmonitoring (dt.: Stadtüberwachung) versteht man die langfristige Beobachtung ausgewählter Kenngrößen zum Zwecke der Nachvollziehbarkeit des Stadtentwicklungskonzeptes. Ziel ist es, eingeleitete Maßnahmen zu bestätigen oder im Falle eines Misserfolges gegen zu steuern.

Aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland hat in den vergangenen Jahren das Stadtmonitoring immens an Bedeutung gewonnen. Die Ziele der Stadtentwicklung werden in einem Stadtentwicklungskonzept festgeschrieben. Dieses definiert den langfristigen Handlungsrahmen für eine städtebaulich geordnete, sozial verträgliche, wirtschaftlich tragfähige und ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung. Die Stadtvertretung hat im Februar 2015 die 3. Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 (ISEK) der Stadt Waren (Müritz) beschlossen.

Das Stadtmonitoring definiert zunächst die Beobachtungsschwerpunkte (Nachhaltigkeitsindikatoren), an denen die Wirksamkeit der Maßnahmen aus dem Stadtentwicklungskonzept überwacht wird.

Durch die Erhebung der Indikatoren und den Vergleich über mehrere Jahre werden Entwicklungstendenzen deutlich, die entweder die getroffenen Maßnahmen bestätigen oder eine Korrektur einleiten.

Das Monitoring Stadtentwicklung für Waren (Müritz) wird für die Gesamtstadt und die städtebaulichen Gesamtmaßnahmen seit dem Basisjahr 2004 (Beginn des Monitoring Stadtentwicklung) jährlich zum Stichtag 31.12. fortgeschrieben. Das Monitoring betrachtet im Wesentlichen die Punkte Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft und Beschäftigung sowie Kaufkraftentwicklung, Wohnungswirtschaftliche Entwicklung, Infrastrukturelle Ausstattung sowie Tourismus. Neben der Gesamtstadt werden auch die städtebaulichen Gesamtmaßnahmen „Sanierungsgebiet Innenstadt“, „Stadtumbaugebiet Waren West“ und das „Beobachtungsgebiet Papenberg I“ betrachtet.