Heimatmuseum und Stadtgeschichtliches Museum Waren

23.06.2021 17:00 Uhr
„Stolpersteine – für die Opfer des Nationalsozialismus in Waren (Müritz)“

18 Plakate zu 26 Opfern des Nationalsozialismus in Waren: Zur Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch, dem 23. Juni 2021, um 17:00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Einen Gastvortrag hält Reinhard Simon über „Domjücher Schicksale“. Wir freuen uns über Ihr Kommen.
Leider gelten noch immer die Coronaregeln. Daher ist nur eine Teilnahme mit gültigem negativen Test, Impfnachweis oder dem Nachweis einer überstandenen Erkrankung möglich. Es besteht weiterhin Maskenpflicht. Da die Abstandsregeln nur eine begrenzte Teilnahme ermöglicht, ist eine Anmeldung nötig. Diese kann per E-Mail an: u.weiss@waren-tourismus.de oder per Anruf:  03991/177354  erfolgen.

Es konnte jeden treffen…18 Plakate erzählen von Schicksalen aus Waren während der Zeit des Nationalsozialismus. Von Menschen zwischen 8 und 64 Jahren. Von insgesamt 26 Warenerinnen und Warenern, die aus unterschiedlichen Gründen sei es aufgrund ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung, aufgrund von politischen Ansichten oder von Krankheitsverläufen ins Fadenkreuz des NS-Regimes gerieten und ermordet wurden. Damit dies nicht vergessen wird, erinnern Stolpersteine an sie. Die Schicksale, die hinter diesen Steinen stehen, werden in dieser Sonderausstellung vorgestellt.
Die letzten sieben Stolpersteine, die am 11. Mai verlegt wurden, stehen für zwei Menschen, die im Rahmen der Maßnahme Arbeitsscheu Reich ermordet wurden und für fünf weitere Anwohner, die durch die Aktion T4 (ein Euthanasieprogramm) zu Tode kamen. Dabei spielte in Mecklenburg-Vorpommern die Heil- und Pflegeanstalt Domjüch eine wichtige Rolle. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wird Herr Reinhard Simon in einem kurzen Vortrag die Geschichte dieser Anstalt zur Zeit des Nationalsozialismus näher vorstellen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. August 2021 zu sehen.

12.05.2021
Weitere Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus in Waren (Müritz)

Seit dem 11. Mai 2021 gibt es sieben neue Stolpersteine für sieben Opfer des Nationalsozialismus vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort in Waren (Müritz). Um 15:00 Uhr wurde der siebte Stolperstein für Wilhelm Schütt in der Kirchenstraße, Ecke Neuer Markt öffentlich verlegt. Daran nahmen u.a. Bürgermeister Norbert Möller, Jürgen Kniesz, ehemaliger Leiter des Stadtgeschichtlichen Museums, Henry Ziese von der Europäischen Akademie und Uwe Weiß, Mitarbeiter der Kur- und Tourismus GmbH teil. Hinzu kamen der Präsident der Stadtvertretung Rüdiger Prehn, Vertreter der Medien und einige interessierte Gästezusammen unter Einhaltung aktuellen Bestimmungen. Gemeinsam gedachten Sie der Opfer des Nationalsozialismus. Einführende Worte, verbunden mit dem Dank an alle beteiligten Einrichtungen und Institutionen sprach Henry Ziese. Hauptredner Jürgen Kniesz trug die wesentlichen Lebensdaten der sieben Opfer vor und ging besonders auf die unglaubwürdigen und grundlosen Begründungen der Massentötungen ein. Dies bekräftigten der Bürgermeister und der Präsident der Stadtvertretung.
Pressemitteilung des Stadtgeschichtlichen Museums

Stadtgeschichtliches Museum

Die Gründung eines Warener Heimatmuseums wird heute auf das Jahr 1930 datiert. Sie war Endpunkt langjähriger Bemühungen, vor allem von Mitgliedern der Warener Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg. Gleichzeitig war sie der Beginn einer erfolgreich und vielversprechend begonnenen, sich in den Wechselfällen der politischen Geschichte der letzten 80 Jahre nicht immer glücklich behauptenden, später fast abgebrochenen, mit Optimismus wiederbelebten und heute erneut schwierigen Zeiten entgegensehenden Entwicklung. Die Geschichte dieses Museums ist zugleich eine Geschichte der jeweiligen politischen Wertung und des Missbrauchs heimatgeschichtlicher Forschung, Sammlung und Ausstellung, aber auch ein Beleg für Heimatverbundenheit und geschichtliches Interesse aller Schichten der Bevölkerung.

Zahlreiche Menschen haben durch Schenkungen und Leihgaben und durch unentgeltliche Forschungsarbeiten zur Aufarbeitung und Darstellung der Geschichte Warens beigetragen, die Sammlung auf- und auszubauen sowie die Ergebnisse ihres Mühens in Form von Ausstellungen und Publikationen ihren Mitbürgern zu zeigen. Sie soll Persönlichkeiten, wie dem Veterinärrat und erstem Betreuer des Heimatmuseums Carl Adolph Evers, ein Denkmal setzen und sie soll auch dazu beitragen, heute das Bewusstsein und das Bekenntnis zum Fortbestand der Sammlung bei den maßgeblichen Stellen zu befördern. Gerade das in der Vergangenheit oft ambivalente Verhältnis der jeweiligen "Stadtregierungen” zu eigentlich ihrem Museum verhinderte ein kontinuierliches Wachstum, aber auch die endgültige Auflösung. Die Geschichte des jüngeren Heimatmuseums ist untrennbar verbunden mit der Geschichte des älteren naturhistorischen Museums, dem Maltzaneum und Müritz-Museum (heute Müritzeum).

Es zeigt sich, dass dem jüngeren Museum die kontinuierllche Sammeltätigkeit hervorragender Naturwissenschaftler Mecklenburgs und auch das notwendige historische Glück der älteren Einrichtung gefehlt hat, alle Wechselfälle deutscher Geschichte zu überdauern. Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen nicht in der Lage sind, im Gegensatz zur Naturgeschichte ihre eigene Vergangenheit unvoreingenommen und ohne Verknüpfung mit gegenwärtigen politischen Zielsetzungen zu betrachten.

Am 18.12.1991 beschloss der Kreistag Waren die Herauslösung der Abteilung Stadtgeschichte aus dem Müritz-Museum und ihre Übergabe an die Stadtverwaltung Waren. Damit wurde am 01.01.1992 die bisherige, 1988 anläßlich des Stadtjubiläums gebildete Abteilung Stadtgeschichte zum Ausgangspunkt des heutigen Stadtgeschichtlichen Museums Waren. Im November 1992 wurde daraus eine selbständige, der Stadtverwaltung nachgeordnete Einrichtung.